Heute waren wir Juffis wieder unterwegs – ausgerüstet mit Zahnbürsten, Schwämmen, Putzmittel, Taschentüchern und Flaschen voller Wasser. In zwei Gruppen sind wir losgezogen, um die vier Stolpersteine in Lütgendortmund zu putzen.
Am Anfang waren die Steine stumpf und grau, fast so, als wollte niemand mehr an sie denken. Aber nach und nach, mit jedem Wischen, Polieren und ein bisschen Geduld, fingen sie wieder an zu glänzen. Und mit dem Glanz kamen auch die Namen zurück – Namen von Menschen, die hier einmal gewohnt haben, bevor sie im Nationalsozialismus verfolgt wurden.
Wir machen das nicht zum ersten Mal. Viele von uns wissen inzwischen, dass die Stolpersteine an das erinnern, was damals passiert ist – und dass sie genau dort liegen, wo diese Menschen gelebt haben. Es ist ein besonderer Moment, wenn man dort steht, sich hinkniet und die Namen liest.
Manchmal ist es gar nicht so leicht, das zu machen. Manche Leute schauen komisch, andere bleiben einfach stehen. Aber wir wissen: Es ist wichtig, dass jemand hinschaut, dass jemand sich kümmert. Und genau das tun wir – mit Mut, mit Respekt und mit einem Funken Hoffnung.
Dieses Jahr passt das besonders gut zum Motto des Friedenslichts: „Ein Funke Mut“.
Denn auch Mut kann klein anfangen – mit einer Zahnbürste, einer Eimer Flasche und dem Willen, nicht zu vergessen.
Diesen Funken wollen wir weitertragen – beim Friedenslicht, in unserer Gruppe und überall da, wo Mut gebraucht wird.





