Altpapiersammlungen – Einsatz für die Eine Welt
Ende der 1990er Jahre haben wir regelmäßig Altpapiersammlungen in Lütgendortmund durchgeführt. Der Erlös ging meist an Projekte in der Mission – nach Uganda, Indien oder auf die Philippinen.
Mit Treckern, Anhängern und viel Muskelkraft haben wir das Papier eingesammelt, gestapelt und verkauft. Viele Kinder und Jugendliche waren dabei, ebenso engagierte Eltern und Leitende.
Doch mit den Jahren veränderte sich der Markt. Der Preis für Altpapier fiel, der Aufwand stieg – und schließlich lohnte es sich nicht mehr. Die Aktion wurde eingestellt. Ihre Wirkung bleibt: als Beispiel für Solidarität, Zusammenhalt und Einsatz für andere.
Das war immer ein richtiger Dorfmoment – alle wussten: Die Pfadfinder sammeln wieder!
Jahresaktionen der DPSG
Die Jahresaktionen der DPSG greifen gesellschaftlich relevante Themen auf und regen zur Auseinandersetzung an. Auch wir im Stamm haben uns viele Jahre aktiv beteiligt – ob durch Spendenaktionen, Umweltprojekte oder kreative Gruppenstunden.

1984 – Flinke Hände, flinke Füße
Thema: Saatgut für Bolivien
Unter dem Motto „Saatgut für Bolivien“ sammelten wir Spenden für ein landwirtschaftliches Projekt. Mit kleinen Taten Großes bewirken – das war auch in unserem Stamm spürbar.

1983 – Flinke Hände, flinke Füße
Thema: Basisgemeinden – Senfkörner der Hoffnung
Die DPSG-Aktion von 1983 richtete den Blick auf Basisgemeinden in Lateinamerika. Auch unser Stamm engagierte sich durch kreative Projekte und Spendenaktionen für eine gerechtere Welt.

2020 – No Waste! Ohne Wenn und Abfall!
Wir wurden aktiv gegen Müll: Von Sammelaktionen über Recycling-Workshops bis hin zu Ideen für mehr Nachhaltigkeit – Umweltschutz zum Anfassen für alle Altersstufen.

2021 – Miteinander Mittendrin. Aktiv für die Gesellschaft!
Was bedeutet Engagement? In dieser Aktion erlebten wir, wie jede*r Verantwortung übernehmen kann – im Kleinen wie im Großen. Unser Stamm war mittendrin statt nur dabei.

2022 – Farbfinden – Von Natur aus Bunt
Ein Jahr voller Offenheit: Wir setzten uns mit Vielfalt, Geschlechtergerechtigkeit und queerer Lebensrealität auseinander – mit Gesprächskreisen, Kreativaktionen und neuen Perspektiven.
2023 – Hochspannend: Pfadfinden elektrisiert
Was hat Pfadfinden mit Strom zu tun? Von Solarenergie über DIY-Bausätze bis hin zu digitalen Werkzeugen lernten wir, wie Technik unsere Welt gestaltet – und wir mitgestalten können.

2024 – 100 % Mensch – setzt euch ein gegen Rassismus
Wir setzten Zeichen: Gegen Rassismus, für Respekt. Ob Gedenkorte, Workshops oder Diskussionen – als Pfadfinder*innen traten wir ein für eine offene, vielfältige Gesellschaft.
Viele Themen dieser Jahresaktionen leben heute weiter – eingebettet in unsere Gruppenstunden und unsere Haltung als Pfadfinder. Auch wenn die klassische Form der Jahresaktionen aktuell pausiert, freuen wir uns auf neue Impulse in der Zukunft.
Wandel gehört dazu
Warum sich Dinge verändern – und trotzdem wertvoll bleiben
Pfadfinden lebt vom Miteinander, vom Engagement – und davon, dass wir uns weiterentwickeln. Manche Aktionen, die unseren Stamm geprägt haben, gibt es heute so nicht mehr. Aber sie sind deshalb nicht vergessen. Im Gegenteil: Sie waren wichtige Schritte auf unserem Weg. Denn: 👉 Jede Zeit hat ihre Form. Unsere Werte bleiben.
Nicht alles muss groß sein, um Wirkung zu zeigen.
Veränderung ist kein Verlust
– sondern eine Chance
Manche Aktionen haben wir bewusst beendet. Weil sich Rahmenbedingungen geändert haben. Oder weil neue Ideen entstanden sind.
Und das ist gut so.
Denn Pfadfinden bedeutet auch: Wandel zulassen. Verantwortung neu denken. Chancen nutzen.
Isa
Früher haben wir Altpapier gesammelt – heute erklären wir den Wölflingen, wie Mülltrennung funktioniert.
Udo
Die Jahresaktionen haben mich als Juffi geprägt – heute gebe ich diese Themen ganz selbstverständlich in meinen Gruppen weiter.
Altpapiersammlungen

Früher waren unsere Altpapiersammlungen nicht nur ein Beitrag zum Umweltschutz, sondern auch ein echtes Gemeinschaftsprojekt. An festgelegten Tagen fuhren wir mit Anhängern durch den Stadtteil, stapelten gebündelte Zeitungen, koordinierten Fahrpläne und organisierten das Mittagessen für die Helfenden. Es war eine Aktion, die zusammenschweißte, sichtbar machte, dass viele Hände viel bewegen können – und dabei auch die Stammeskasse füllte.
Heute sind solche Großaktionen aus verschiedenen Gründen nicht mehr durchführbar – veränderte Abrechnungsmodelle, fehlende Lagerkapazitäten und neue Auflagen machen sie unmöglich. Doch das Bewusstsein für Nachhaltigkeit lebt weiter. In Gruppenstunden thematisieren wir Umweltschutz, auf Lagern achten wir auf Mülltrennung, und ganz selbstverständlich treffen Kinder und Jugendliche täglich Entscheidungen mit Blick auf die Umwelt. Die Idee bleibt – nur der Rahmen ist gewachsen.

Jahresaktionen der DPSG
Die Jahresaktionen der DPSG waren früher regelmäßig Teil unseres Stammeslebens. In den 1980er Jahren engagierten wir uns z. B. bei „Senfkörner der Hoffnung“ (1983) und „Saatgut für Bolivien“ (1984) – mit kreativen Aktionen, Spendenprojekten und internationalem Blick. In den letzten Jahren haben wir erneut teilgenommen: „Farbfinden – von Natur aus bunt“ (2022), „Hochspannend – Pfadfinden elektrisiert“ (2023) und „100 % Mensch – setzt euch ein gegen Rassismus“ (2024) setzten Impulse, die wir in Gruppenstunden, Lagern und Aktionen aufgriffen.


Viele dieser Themen – Vielfalt, Umwelt, Gerechtigkeit – sind inzwischen Teil unserer alltäglichen Arbeit. Was früher eine bundesweite Aktion mit Plakat, Logo und Materialpaket war, lebt heute in unserer Haltung weiter: In Gesprächen, Spielen, Entscheidungsprozessen oder Lagerideen begegnen uns diese Werte immer wieder. Nicht als große Kampagne – sondern als selbstverständlich gelebte Praxis.
Spenden & Solidarität

Als Stamm haben wir früher regelmäßig Spendenaktionen organisiert: für Hilfsprojekte in Bolivien, gegen Kinderarbeit oder für Bildungsinitiativen weltweit. Wir gestalteten Infoabende, sammelten Geld auf dem Weihnachtsmarkt oder verbanden Lageraktionen mit Spendenzielen. Das gemeinsame Tun und das Teilen mit anderen waren fester Bestandteil unseres Selbstverständnisses als Pfadfinder*innen – konkret, sichtbar, gemeinschaftlich.
Auch heute bleibt Solidarität ein zentrales Anliegen. Doch sie zeigt sich anders: Wir spenden den Erlös der Ostereieraktion an gemeinnützige Organisationen in Dortmund, wir helfen bei lokalen Sammlungen, unterstützen Geflüchtete oder thematisieren globale Zusammenhänge in der Gruppenarbeit. Dabei geht es weniger um große Gesten – sondern um kontinuierliches Handeln mit Haltung. Der Einsatz für eine gerechtere Welt bleibt – auch wenn er heute oft leiser geschieht.

