Juffi-Übernachtung: Unser Pfadfinderversprechen

Manche Abenteuer fangen früh an – dieses um Punkt acht Uhr am Samstagmorgen. Während die einen noch verschlafen ankamen und die anderen erst im Laufe des Vormittags nach und nach dazustießen, waren ein paar unserer Juffis schon mittendrin: Bierzeltgarnituren schleppen, aufbauen, anpacken. Von wegen gemütlicher Wochenendstart.

Doch das war nur das Vorspiel. Den Nachmittag, den Stammestag, nahmen die Kinder selbst in die Hand – und tüftelten ihr eigenes Programm aus. Herausgekommen ist eine Rätsel-Schnitzeljagd, das Endziel ein selbst aufgebautes Schlafzelt. Erst aber wurde gestärkt: Nudeln für alle, denn mit leerem Magen löst sich kein Rätsel. Dann konnte es losgehen.

Dass an diesem Nachmittag nur wenige Besucherinnen und Besucher den Weg zu uns fanden, hat niemanden gebremst – im Gegenteil. Stattdessen nahmen sich die Wölflinge der Sache an, und unsere Juffis begleiteten sie durch ihre selbst ausgedachte Rätseljagd. Wo die Handschrift mal etwas zu geheimnisvoll geraten war, sprang kurzerhand ein Juffi ein und las die kniffligen Rätsel vor – Gastgeber mit Herz eben. Und weil ein guter Tag nach einer Runde Werwolf verlangt, ließen wir den Stammestag genau so ausklingen: mit viel Gelächter, ein paar dramatischen Anschuldigungen und dem ein oder anderen zu Unrecht „aus dem Dorf gestimmten“ Mitspieler.

Dann hieß es: aufräumen. Zelt abbauen, Pfarrheim auf Vordermann bringen, Spülmaschine einräumen – und auch hier zeigte sich, was diese Gruppe ausmacht. Niemand drückte sich, alle packten mit an. Belohnt wurde die fleißige Truppe mit einem Abendbrot der besonderen Art: Wassermelone und Kuchen.

Doch der wohl schönste Teil des Tages kam erst noch. Zurück im Gruppenraum sprachen wir gemeinsam über ganz alltägliche Situationen und die Pfadfindergesetze – und staunten, wie viel in einem einzigen Moment stecken kann. Plötzlich wurde diskutiert, abgewogen, nachgedacht. Für uns als Leitung sind das die Momente, für die wir das alles machen: zu sehen, wie viel Pfadfinder in jedem einzelnen Kind steckt, wie manche auf einmal richtig aus sich herauskommen und wie selbstverständlich hier füreinander eingestanden wird. Dieser Zusammenhalt macht unsere Gruppe besonders.

Auf dieser Grundlage bereitete jedes Kind sein ganz persönliches Versprechen vor. Dann packten wir unsere Sachen und zogen los zur Kirche, wo wir die Nacht verbringen wollten. Im Altarraum wurde es schließlich feierlich: Eine nach dem anderen las jede und jeder das eigene Versprechen vor – die Hand auf dem Pfadfinderbanner. Und als die vorbereiteten Zettel anschließend verbrannt wurden, war im Schein der Flammen zu spüren, dass dieser Moment etwas Bleibendes war.

Übernachtet wurde dann mitten in der Kirche – ein Schlafplatz, den man nicht alle Tage hat. Am nächsten Morgen ließen wir das Wochenende bei einem gemeinsamen Frühstück mit den Eltern ausklingen, und das war einfach schön.

Ein riesiges Dankeschön geht an alle Eltern, die am Sonntagmorgen um neun Uhr so selbstverständlich mit dabei waren und das Frühstück zu einem rundum gelungenen Abschluss gemacht haben. Ohne euch wäre dieses Wochenende nicht dasselbe gewesen.

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